DWDL-Autor Hans Hoff bekennt: Der #WDR tut mir leid!

„Hans Hoff bekennt: Der #WDR tut mir leid

von Hans Hoff
28.06.2015 – 10:12 Uhr

Kritik von Kunstliebhabern, Dokufilmern, Wissenschaftsjournalisten, Verlegern – der WDR gibt derzeit keine so richtig glückliche Figur ab. Nötig sind Charismatiker, die dem eigenen Haus eine Vision vermitteln können.

Ganz ehrlich, ich möchte nicht der WDR sein. Noch ehrlicher? Der WDR tut mir leid. Wie er dasteht in der Öffentlichkeit. So möchte niemand gern gesehen werden. Ein fetter, überfressener Koloss, der sich nicht mehr bewegen kann und dessen Bemühungen, mal 100 Gramm abzunehmen, gleich den Angstschweiß aus allen Poren treibt. Dazu bekommt er wie diese armen französischen Gänse von oben immer weiter das Gebührengeld eingetrichert, auf dass die Leber schön fett werde. Am Ende wollen ihn alle gern schlachten, aber es tut niemand, weil ein jeder sieht, dass das Ergebnis wohl eher zäh und wenig schmackhaft ausfiele. Lieber warten alle ab und hoffen, dass das malade Tier irgendwann von selbst tot umfällt.

Igitt, das ist ein böses Bild. Ich mag mir das gar nicht länger anschauen. Aber solche Metaphern hageln in mein Hirn, wenn ich dieser Tage lese, wie der Sender, mein Sender angefeindet wird. Von überall kommt die Kritik. Da protestieren die Wissenschaftsjournalisten und die Dokumentarfilmer und die Feuilletonisten sowieso. Ganz zu schweigen, von jenen, die reflexartig losbellen, wenn sie WDR hören und die Anstalt schon aus Tradition zu den eher kriminellen Dreibuchstabenbanden zählen: RAF, GEZ, PUR, BAP, WDR.

Da wagt es der WDR doch glatt, jene Kunstwerke, die er über die Jahre zur Verschönerung der Flure angeschafft hat, veräußern zu wollen. Prompt finden sich sogenannte Kulturschützer auf den Barrikaden ein und beklagen den Frevel. Ja, man darf als öffentlich-rechtliche Einrichtung Kunst kaufen, sollte aber wissen, dass man sie nie wieder loswird. Zumindest nicht ohne öffentlichen Aufschrei. Ich persönlich würde in Zukunft komplett vom Kunstkauf absehen, weil man hinterher nicht mehr weiß, wohin mit dem Kram.

Dann kommen noch jene Journalisten, die den Wegfall von Sendungen beklagen. „Hier und Heute“ soll verschwinden. Also erst einmal von seinem Sendeplatz um 18.05 Uhr im WDR Fernsehen. Gerade erst ist dort die 5000. Dokumentation gelaufen und gefeiert worden. Nun sollen die Dokus irgendwo anders hin. Sagt man im Sender. Wohin genau, weiß man nicht. Irgendwohin. In der Sprache der Senderstrategen heißt das: Nirgendwohin. Dass so etwas Protest evoziert, ist klar. Kürzlich erreichte der sogar den Rundfunkrat. Aber als ein Besucher in der öffentlichen Rundfunkratssitzung ein entsprechendes Plakat hochhielt, kassierte er eine Rüge von der Vorsitzenden. Ordnung muss sein. Wäre ja noch schöner, wenn so ein paar hergelaufene…

Wissenschaftsjournalisten beklagen mangelnde Arbeitsmöglichkeiten, schlechtere Vernetzung und warnen vor intellektuellem Verfall. Dahinter steckt natürlich Angst, getrieben von Unsicherheit. „Kopfball“ ist schon weg, „Nano“ könnte folgen.

Sobald der WDR was im Internet veranstalten will, jammern die Verleger. Der Streit um die „Tagesschau“-App schwelt immer noch. Das schüchtert auch die Planer in Köln ein. Alles muss darauf abgeklopft werden, ob es diesen dusseligen Dreistufentest besteht.

Im Radio drohen Umwälzungen. Bei WDR 5 geht die Angst um. „Politikum“, das freche Meinungsmagazin, für das ich früher auch mal arbeiten durfte, steht vor der Verlegung ins Nirwana, und auch auf anderen Sendeplätzen herrscht Unruhe und Angst um den Bestand.

Hunderte von freien Mitarbeitern bangen um ihre Jobs, Arbeitsverdichtung droht, journalistische Standards sollen offenbar geopfert werden auf dem Altar der Crossmedialität. Was drin ist – wurscht. Hauptsache, auf allen Kanälen präsent. Man kann die Angst der Mitarbeiter besser verstehen, wenn man sich einen Bauern vorstellt, der vor einer Sau steht und sagt: „Ab morgen trägst du Fell, gibst Milch und legst Eier. Wie du das machst, ist mir egal. Streng dich an, du Sau.“

Möchte nach dieser Aufzählung noch irgendwer WDR sein? Also ich nicht. Mir tut der WDR leid. Als Ganzes.

Ich sehe indes auch, dass in der Anstalt Fehler gemacht werden. Der Fisch stinkt ja bekanntlich vom Kopf her. Das Problem ist, dass der Kopf zu wenig mit seinen Gliedern redet. Anstatt klar zu kommunizieren, was die Pläne sind, lässt man zu, dass hier und dort etwas durchsickert, dass Gerüchte die Debatte mehr bestimmen als Fakten, dass Furcht die Oberhand gewinnt. So sorgt man dafür, dass der Laden langsam aber sicher zerfällt.

Wo ist der Hierarch, der mal die Mannschaft mit einer Brandrede eint, der allen klar macht, dass man an einem Strang ziehen muss oder zerfasert? Warum dominiert in Sachen Tom Buhrow immer noch dieses alberne „Ich bring die Liebe mit“-Zitat die Beschreibungen? Warum hat er das nicht längst ersetzt durch ein klares „Wir sind WDR“ oder so etwas Ähnliches? Es gibt eine Aufbruchsstimmung im Sender. Alle sind eingerichtet auf Veränderungen, die meisten würden mitziehen, wenn sie denn den Sinn begriffen und kapierten, was man mit ihnen vorhat, wenn sie bestenfalls noch mitbestimmen dürften, wohin es geht.

Es kann zudem nicht sein, dass sich ein ganzer Sender einrichtet in der Defensive. Stets wird nur reagiert auf Vorwürfe. Ich kann mich nicht erinnern, dass der WDR mal nach vorne geprescht ist mit einem Thema, das nicht nach sparen klang. Man kann Kreativität auch behindern, wenn man immer nur schwarze Wolken an den Himmel malt.

Ich erkenne indes an, dass ein Laden wie der WDR nicht ganz so leicht zu führen ist. Man wird immer welche finden, denen das, was kommt, nicht passt. Man wird nie alle ins Boot bekommen. Aber ich wette, etliche der jetzt über den „Hier und Heute“-Wegfall klagenden Journalisten wären zu beruhigen, wenn sie denn wüssten, wofür sie ihren Bestand aufgeben müssten. Aber das sagt ihnen natürlich niemand in der Klarheit, die es benötigt. Oder es sagt ihnen jemand, dem man nicht glaubt.

Misstrauen ist leider die gültige Währung im Mediengeschäft. Nirgendwo wird so viel gelogen und geflunkert. Da bräuchte es schon ein paar Charismatiker, die in der Lage wären, den Laden aufzurütteln und ihm klarzumachen, wohin die Reise geht. Es muss ja keine „I have a dream“-Rede sein, aber ein bisschen handfeste Vision wäre schon ganz hilfreich. Auf dass ich meinen Sender irgendwann wiedererkenne.“

Quelle: http://www.dwdl.de/hoffzumsonntag/51533/hans_hoff_bekennt_der_wdr_tut_mir_leid/

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Hahaha Mindestlohn — Ein Kameramann berichtet

Kameramann Chris Westermann über Dumpingpreise und Mindestlöhne. .

Kameramann Chris Westermann spricht über Dumpingpreise.

Die Lastenträger: Kameramann Chris Westermann

„Der Min­dest­lohn ist eine ehren­werte Sache. Auch wenn er zu nied­rig ist und viel zu häu­fig straf­frei unter­lau­fen wird.

Aber bei Solo­selb­stän­di­gen muss er noch nicht ein­mal unter­lau­fen wer­den. Solo­selb­stän­dige sind ja keine Arbeit­neh­mer, son­dern grund­sätz­lich ein-Mann– bzw. Frau-Firmen.

Ihre Auf­trag­ge­ber lie­ben des­halb Solo­selb­stän­dige, weil sie ihnen jedes Nied­rig­ho­no­rar zumu­ten kön­nen, oft bis hin zur Sit­ten­wid­rig­keit und manch­mal dar­über hin­aus, weil kaum einer es wagt in einer Not­si­tua­tion zu kla­gen, denn das Ergeb­nis, wäre näm­lich das beruf­li­che Aus: gar keine Auf­träge mehr, von nie­man­dem in der Bran­che, und zwar von heute auf morgen.

Dabei sind ihre Auf­trag­ge­ber bei­leibe nicht nur Rekord­ge­winne ein­fah­rende Pri­vat­sen­der, wie man es ver­mu­ten könnte.

Die enorm gut aus­ge­stat­te­ten, Gebüh­ren finan­zier­ten, öffentlich-rechtlichen Anstal­ten beru­fen sich auf die Markt­üb­lich­keit und bedie­nen sich der glei­chen Masche: nur die nied­rigst mög­li­chen Hono­rare wer­den aus­ge­zahlt; Tarif­schutz gilt hier nur bedingt, Stun­den­löhne sind da nicht fixiert.

Wie man dann davon leben kann – oder viel­leicht auch eben nicht – wird den Kunst­scha­fen­den selbst überlassen.

Der Jour­na­list Lau­rent Joa­chim hat in einem Exklusiv-Interview einen „freien” Kame­ra­mann befra­gen können.

Er packt auf beein­dru­ckende Weise aus, was viele erle­ben, aber lei­der nur wenige offen zu sagen wagen: kaum ein Sen­der schert sich darum, ob die dem Markt tat­säch­lich völ­lig aus­ge­lie­fer­ten Frei­be­ruf­ler halb­wegs men­schen­wür­dig von ihrer Arbeit leben können.

Ander­seits las­sen die Sen­der es sich nicht neh­men, Mil­lio­nen Gagen an ihre ver­meint­li­chen Stars zu über­wei­sen. Manch­mal sogar, wenn die Show abge­sagt und folg­lich nicht gear­bei­tet wird, wie kürz­lich im Fall Gottschalk/WDR bekannt wurde.“

Quelle: http://www.work-watch.de/2015/06/hahaha-mindestlohn-ein-kameramann-berichtet/

Auf Youtube das Interview:

Kameramann Chris Westermann über Dumpingpreise und Mindestlöhne. .

Kameramann Chris Westermann spricht über Dumpingpreise.

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Netflix-Chef: ARD und ZDF in zehn Jahren unnötig

Klaus Bergner

ARD und ZDF in zehn Jahren tot!

ARD und ZDF in zehn Jahren tot!

Unser Fernsehen mit den familienfreundlichen Samstagabendunterhaltungsshows, den optimal sedierenden Pilcher-Adaptionen, den im Nachtprogramm versteckten kritischen Dokus und den konservativ-frischen Schmunzelkrimiserien braucht Reed Hastings zufolge keiner mehr. Laut eines Artikels der FAZ (10.05.2015) sind ARD und ZDF überflüssig. Der Boss von Netflix glaubt demnach nicht, dass sich in zehn Jahren noch jemand am Sonntagabend um 20.15 Uhr vor den Fernseher setzen würde, um den „Tatort“ zu schauen.

Hastings hat Unrecht

Für wen hält der sich? Wie kann der sich anmaßen, eine derartige Einschätzung abzugeben? Noch zehn Jahre? Blödsinn, fünf Jahre sind realistischer! Und eigentlich ist die von ihm beschriebene Zukunft schon längst Gegenwart.

Das zeigt sich in verstärkter Migration. Migration der Zuschauer von der linearen Programmberieselung zur gezielten Auswahl in den Mediatheken der Sender, der Unterhaltungs- und Informationssuche in den Videoportalen Youtube, Vimeo, sowie Zukäufen via Sky und anderen Streamingportalen.

Net sucks

Das lineare TV scheint seinen Reiz und Daseinsberechtigung eigentlich nur noch in der Live-Krisenberichterstattung zu haben. Diese streamen ARD und ZDF aber auch schon auf den Internetseiten. Migration leichtgemacht. Den Umzug hat laut der ARD-Onlinestudie von 2014 die Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen schon deutlich geschafft, nur bei den 30- bis 49-Jährigen und den Ü50ern liegt die Dauer des täglichen TV-Konsums natürlich noch über der des Internetkonsums. Wir Alten wurden halt so sozialisiert. Mit der Zeit werden immer mehr Nur-Fernsehseher den, äh, die Fernbedienung abgeben. Das demografische Bild verschiebt sich zugunsten des Internets.

Nebenbei: die großen Verlagshäuser „bauen digital um“, die Sendergruppen des Privatfernsehens, die gewaltig unter allgemeiner Kreativlosigkeit im Programm und Einbußen bei den Werbeeinnahmen leiden, befassen sich mit Sicherheit auch schon mit einem Fluchtplan ins Netz.

Jugendwahn

Kritische Leser dieser Zeilen werden denken, dass das mit den zehn Jahren nicht ginge, also dass man ARD und ZDF nicht abschaffen könne. Immerhin haben die – gesetzlich geregelt – einen Versorgungsauftrag zur Information der Bevölkerung. Wenn man sich das auf „jung“ getrimmte Programm der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten anschaut, dann könnte man meinen, dass sie den Versorgungsauftrag nicht mehr so ganz ernstnehmen. Denn in der aufgeregten Ausrichtung an der Einschaltquote und dem entsprechend verordneten Verjüngungszwang blieben anscheinend echte Kreativität und Innovation auf der Strecke. Das Programm ist für die Jungen überhaupt nicht interessant, meist empfinden sie jung Gemeintes eher anbiedernd. Und die Alten fühlen sich vergessen, nicht mitgenommen.

Verjamesbluntisierung

Inhalte und Machart werden auf eine Art getrimmt, wie sich die Verantwortlichen der Öffentlich-Rechtlichen das „Jugendliche“ vorstellen. Dazu kopieren sie bspw. haufenweise Ranking- und Ratgeber-Formate der Privaten. Das sieht dann so aus: Man stilisiert ein Alltagsproblem zur globalen Katastrophe, garniert den Jump-Cut-White-Blur-Schnitt der Reportage eines angestrengt in die Kamera grinsenden Investigativ-Reporterteams mit allerlei Prozent-Grafiken (im Beitrag mit Geräuschen wie „Plopp“, „Zoing“ oder „Wusch“ eingefahren) und rundet das Ganze mit Charts-Musik ab. (Zur Wahl stehen dabei Stücke von James Blunt, James Blunt oder James Blunt.) Die Redakteurinnen der Sendungen, die das dann ausstrahlen lassen, mögen glücklich damit sein (James Blunt).

Aber auf diese Form des Fernsehens angesprochene Vertreter des Zielpublikums (U30 halt) können damit überhaupt nichts anfangen und gucken schnell wieder aufs Smartphone. Meine Beobachtung stützt sich auf Diskussionen in mehreren Uni-Seminaren. Genauso wie sich die Einschätzung, dass das ältere Stammpublikum sich vernachlässigt und nicht mehr ernst genommen fühlt, auf Gespräche in Wartezimmern und Kaffeekränzchen stützt. Unhaltbar und nicht repräsentativ? Gegenfrage: mittels Messgeräten in 5640 Haushalten quer über die Republik verteilt bestimmt die GfK täglich die Einschaltquoten – hm, repräsentativ?

Netz verflixt

Mit seiner Zehnjahres-Prognose wollte Netflix-Chef Reed Hastings – neben dem werblichen Aspekt – vielleicht Rücksicht zeigen. Freundlicher Mann. Allerdings: der Trend bleibt. Das Internet kapert alles.

Realistisch erscheint mir: Maximal noch fünf Jahre, dann beginnen Zeitungen (wie die mit den großen vier Buchstaben) massiv gegen die GEZwangsgebühr und das farblose Privaten-Kopier-Programm der Öffentlich-Rechtlichen anzuschreiben. Vielleicht noch fünf Jahre, dann wird die Forderung laut, mindestens das ZDF abzuschaffen (obwohl die Mainzelmännchen in den letzten Jahren bspw. auf „neo“ ziemlich gute und echt „junge“ Sachen entwickelt haben). Vermutlich noch fünf Jahre, dann werden sich aufrechte Politiker gegen das ÖR-Fernsehen stellen, gegen dasselbe also, in dem sie heute noch von Montag bis Sonntag die Talkshows befüllen. Ach so, Gesetze – sind eh zum Verändern da.

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Kleine Geschichte vom Nicht-Schluss-machen-Wollen


von Corinna Watschke

Das Folgende ist Allen gewidmet,
die eigentlich noch nicht Schluss machen wollen.
Die noch weiter machen wollen, noch Einiges vorhaben,
Großes erreichen wollen,
die kämpfen
und kämpfen,
es aber einfach
– aus welchen Gründen auch immer –
gerade nicht auf die Reihe kriegen.

Verzweifelt nicht :))

Meine Empfehlung: macht Schluss –  für heute!


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SCHLUUUUUSS

Ich wusste es doch, dass das noch gelesen wird:

Leider weiß ich nicht,
von wem ursprünglich das oben verlinkte Video stammt,
aber es ist zu schön, um nicht geteilt zu werden.

Aber jetzt wirklich: macht die Kiste aus & geht an die frische Luft ;))

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Fasten – Verzicht auf Süßigkeiten und das Lästern

Beatrix von Kalben

Definition: Fasten ist der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung, Genussmittel oder gewohnte Tätigkeiten für eine bestimmte Zeit.

Jedes Jahr faste ich, verzichte ich von Aschermittwoch bis einschließlich Karsamstag auf meine heiß geliebten Süßigkeiten und eine Tätigkeit, die mir zur Gewohnheit geworden ist: wie zum Beispiel das Fernsehen. Dieses Jahr 2015 ist es, eingedenk des Aufrufs der evangelischen Kirche „Du bist schön! Sieben Wochen ohne Runtermachen“, das Lästern.

Ich faste, verzichte – sieben lange Wochen auf Schokolade und lästere nicht.

Jeder Fasten-Anfang ist schwer und jedes Jahr aufs Neue. Ich liebe Schokolade, ich liebe Kuchen. Wenn ich gestresst bin, hilft mir ein Täfelchen Schokolade zu neuem Glücksgefühl. Jetzt in der Fastenzeit ist es aus damit. Schokolade, Gummibärchen und Bienenstich sind tabu. Und schon während ich das schreibe, sammelt sich Speichel im Mund, ich fange an leicht zu sabbern. Dieses Fasten nach Karneval ist hart für mich, wo bis vor einer Woche noch Kamelle, Pralinschen und Schokolädchen in Massen flogen und in meinem Magen schunkelten. Und sieben Wochen ohne Lästern. Ich werde sehen wie dieses Fasten läuft.

Fasten – was ist das?

Das Wort „Fasten“ kommt vom althochdeutschen fasten, was bedeutet: an den Geboten er Enthaltsamkeit festhalten. Im Mittelhochdeutschen steht „vaste“ für „fest“, „befestigen“. Wer fastet, der festigt sich. Allgemein gültige Fastenregeln gibt es nicht. Sie wurden im Laufe der Zeit immer wieder verändert. Ärzte, Schamanen und Naturheiler oder religiöse Führer wie Jesus Christu oder Buddha setzten das Fasten aus unterschiedlichen Motiven ein und bedienten sich dabei verschiedener Methoden. Die großen Religionsführer erkannten früh: Fasten macht nur dann Sinn, wenn es in den natürlichen Lebensablauf integriert wird und warnten vor Übertreibungen.

Fasten – die Religionen

Im Christentum fällt die Fastenzeit auf Aschermittwoch bis Karsamstag – die Zeit vor Ostern – sieben lange Wochen. Jesus fastete 40 Tage in der Wüste. (Matthäus 4.1.) Ihn führte das selbstkasteiende Fasten nicht zur Selbsterkenntnis. Buddha fastete so streng bis er zum Skelett abgemagert war und fiel vor Erschöpfung in Ohnmacht. Auch er erkannte, rein körperliche Kasteiung führt nicht zur Erleuchtung. Der Buddhismus lehnt deshalb Fasten im strengen Sinne ab. Beide Religionsbegründer lehrten, Gott sei so nahe, da bedürfe es keiner besonderen Mittel, um zu ihm zu gelangen. Aber auch andere Religionen kennen Fastenzeiten: Muslime halten sich während des Ramadans an strenge Regeln. Sie essen und trinken von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht. Das Judentum kennt Jom Kippur oder Tischa be-Aw. Für Frauen ab zwölf und Männer ab 13 sind es Fastentage ebenfalls von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. 25 Stunden lang.

Heilfasten nach Buchinger

Das sogenannte Heilfasten geht auf den Mediziner Otto Buchinger (1878 bis 1966) zurück. Er litt an einer unheilbaren chronischen Krankheit und fastete deshalb 1919 drei Wochen lang. Nach dem Erfolg dieser Kur beschäftigte er sich näher mit dem Fasten. 1920 gründete Buchinger eine Fastenklinik in Bad Pyrmont. In Buchinger Kliniken fasten Menschen zur Prävention und Therapie von Krankheiten wie zum Beispiel Allergien. Es wird aber auch Fasten für Gesunde angeboten. Heilfasten nach Buchinger verbindet das ärztlich betreute, stationäre multidisziplinäre Fasten. Es wird die medizinische, mitmenschliche und spirituelle Dimension des Menschen berücksichtigt. Wenn Menschen in Kliniken oder Klöstern zusammen fasten entsteht immer eine besondere Gruppendynamik. Die spirituelle Dimension, der natürlicher Zugang zu höheren Bewusstseinszuständen, wird in allen großen Weltreligionen besonders angesprochen. Otto Buchinger betonte auch wie wichtig es beim Fasten sei, die Seele gesund zu halten oder gar zu heilen. Das erreiche man durch Lesen spiritueller Texte, Musik, Bildkunstbetrachtung, Natur, Humor und Meditation. Traditionell werden beim Heilfasten Gemüsebrühe, Obst- oder Gemüsesäfte, manchmal Honig sowie reichlich Tee und Wasser angeboten. Drei Wochen Fasten in der Fastenklinik in Überlingen mit Rundum-Betreuung nach der Buchinger-Wilhelmi-Methode bedeutet Verzicht auf ganzer Linie, denn auch das Konto wird schnell um 5000 € erleichtert. Inzwischen gibt es zahlreiche Anbieter Kliniken, Klöster, Hotels, die Fastenkuren mit spirituellem, meditativem oder Sportprogramm kombinieren. Einmal „Fasten wo?“ bei Google eingeben und schon poppen die Angebote auf den Bildschirm auf.

Fasten – warum?

Ich verzichte während der Fastenzeit auf Süßigkeiten. Warum? Ja, warum. Weil ich nach sieben Wochen wieder zu schätzen weiß, in welchem Luxus ich lebe und wie lecker ein Stück Kuchen schmeckt. Es ist herrlich, wenn ich Ostersonntag das erste Mal in ein Stück Hefezopf mit Rosinen beiße, bestrichen mit Butter und Honig. Wenn nach dem Osterbraten, die Mousse au Chocolate süß und zähflüssig den Rachen runtergleitet. Meine Geschmacksnerven erleben dann eine Explosion. Glückshormone werden ausgeschüttet und ich schwelge im Geschmackserlebnis. Würde ich nicht verzichten, wüsste ich den Luxus und Genuss von Schokolade oder Kuchen weniger zu schätzen und zu genießen.

Fasten von Streit und Lästern

Das nichtstoffliche Fasten ist ebenfalls eine Herausforderung. Selbst meine Patenkinder, beide elf Jahre alt, fasten. Jana isst kein Fleisch. Anika, die schon Vegetarierin ist, verzichtet auf Nutella-Brot am Morgen. Und was noch toller ist: die Zwillinge, die sich sonst jede freie Minute streiten, verzichten sieben Wochen auf das Streiten. Welche Ruhe, welche angenehme Atmosphäre. Und ich faste sieben Wochen neben den Süßigkeiten vom Lästern. Verzichte darauf über andere Menschen herzuziehen und schlecht zu sprechen. Und erwische mich nach einer Woche immer wieder dabei, wie oft ich mir das Lästern verkneifen muss. Ich bin aufmerksam, kontrolliere, was ich tue und sage. Und stelle entsetzt fest, lästern ist für mich scheinbar normal, ich tue es ohne es auch nur zu merken. Immer wieder muss ich mich stoppen. Eine interessante Erfahrung, eine gute Erfahrung.

Fasten – Resumee

Fasten ist für mich jedes Jahr eine wichtige Zeit, die mir neue Erkenntnisse bringt und mir zeigt wie gut ich es hier in Deutschland habe, wo mir alle Lebens-und Genussmittel zur Verfügung stehen. Und dieses Jahr merke ich, wie schlecht ich teilweise mit meinen Mitmenschen umgehe, sie versuche runterzumachen. Vielleicht schaffe ich es, auch nach Ostern das Lästern einzustellen, jetzt wird es mir zumindest bewusst. Aber erst einmal liegen noch sechs Wochen vor mir – übrigens während ich diesen Text schreibe, kaue ich brav auf einem Apfel und zähen getrockneten Bio-Mangostückchen herum. 🙂

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Kunstbanause(n)

von Corinna Watschke

Vor einigen Tagen war ich auf einer, über den Düsseldorfer Raum hinaus recht angesagten Kunstausstellung. Einer sich jährlich wiederholenden Werkschau junger Kunstschaffender der Düsseldorfer Kunstakademie. Mit ihr bringt man Namen wie Beuys, Lüpertz, Immendorff, Becher, Gursky, Ruff, Struth oder Richter in Verbindung.

Diese Rundgänge finde ich immer spannend. Was wird dieses Jahr gezeigt? Ich liebe die Atmosphäre junger, unbekümmerter Kreativität, die damit verbundene Freiheit – und den Geruch der Räume nach Farbe und anderen Werkstoffen. Kurzzeitig fühle ich mich auch wieder jung.

Aber nur kurz.

Als Erstes – wie eigentlich immer – Atemlosigkeit, Engegefühl. Wegen der vielen Leuten, die auch gucken wollten. Und dann wegen der Sturzflut der vielen, vielen Kunstprodukte, die mich schier überrollten.

Eines möchte ich deutlich machen. Junge Kunst Studierende müssen sich erproben dürfen, egal wie, nur so finden sie ihren Weg, der sie vielleicht einmal in bedeutende Galerien führt. Sie müssen Kunst machen dürfen, die mich ratlos macht, weil ich sie nicht verstehe – oder verstehen möchte. Sie müssen sich irren dürfen. Dinge machen dürfen, die mir naiv und unreflektiert erscheinen, ausgerichtet an schnell verteilten Etiketten –  ganz einfach, weil sie noch jung sind, Tiefe und umfängliche Reflexion aber oft erst über viele Jahre entsteht.

Aber als ich so durch die Gänge und Klassen ging, wurde ich immer unruhiger, frustrierter, ratloser. Was ich zu sehen bekam, hob mich meist nicht, führte nicht mein Auge, sondern ließ es abprallen. Machte mein Hirn zu einem Betonblock. Sicher, es gab einige Räume, die mich aufatmen ließen. Aber insgesamt fand ich in den vielen Stockwerken nur Weniges, das mich beflügelte, Erstaunen oder Bewunderung erzeugte.

Bin ich zu ungeduldig, vielleicht zu einseitig, konservativ geprägt in meinem Kunstgeschmack? Vielleicht zu kritisch – oder verweigere ich mich einfach einem Kunstansatz, der mir zu viel Raum für Interpretationen gibt. Der mich gnadenlos zwingt, das Werk fast ausschließlich in meinem Kopf entstehen zu lassen.

Ich möchte hier, da ich kein Kunstkritiker, sondern nur Konsument bin, weder einzelne Kunstwerke als gut und besonders, noch als schlecht oder ideenlos kritisieren. Das würde den Studierenden und Absolventen der Akademie in meinen Augen auch nicht gerecht werden. Aber ein Eindruck bildete sich in mir, als ich mich erschöpft zum Gehen wandte: Kunst reflektiert ja bekanntlich die Gesellschaft. Zeigt Strömungen, gibt weiterführende Impulse, legt Verborgenes offen. Und wenn ich das nun auf das Gros des Gesehenen übertrage, dann ‚Gute Nacht, Marie‘. Dann sieht’s echt düster aus für unsere Gesellschaft – die Essenz:  um sich selber kreisend, einsam, theoretisierend,  verkopft, am Schönen und Ästhetischen vorbei in den hässlichen Abgrund der Hoffnungslosigkeit strudelnd. Oh Mann/Frau.

P.S.:

Allerdings, ein paar kleine Erwähnungen möchte ich doch noch zum Besten geben – und das sind die Dinge, die mir beim Rundgang richtig Spass gemacht haben – und vielleicht es ja genau das, was Kunst, selbst wenn sie verkopft sein sollte,  auch erreichen will.

Hier also meine persönlichen, freudigen Erlebnisse beim diesjährigen Rundgang:

1. 1_IMG_6541Eine klaustrophobisch schmale Türöffnung ins tiefe Schwarz. Einige warten draußen, ich auch, andere gehen rein. „Und????“   „Ja.“  ( Grinsen, das mir alles sagt.)

 

 

 

2. 2_IMG_6555  „MOMENT!!!!!!!  DAS IST MEINE ARBEIT!!!!“ (Junges Paar findet das einzige saubere Waschbecken auf der ganzen Etage. Sie dreht den Wasserhahn auf & beginnt ihre Hände zu waschen….. das Ende der Geschichte: schämen und putzen)

                                             2_IMG_6545


3.  „Stefan.“ —  „Wart mal.“ —  „STEFAN – WART MAL!!!“ ——- / —— / ——–„STEFAN, WAS ist DAS????“ (echtes, großes, staunendes, tief gehendes Interesse verbunden mit ausgiebiger Betrachtung des Werks!!!) 3_IMG_6559

Stefan:  ————- „Ja.“ ———- „Jaaaa.“ ————- „Hmmmmm……….“

 

 

 

4. „Auf was für Ideen DIE kommen!“ 4_IMG_6561 (eine ältere Besucherin, die sich deutlich ihrer Gefühle nicht so ganz sicher war, im Vorbeigehen zu mir über den getrocknetem, ledrigen Oktopus)

 

 

5. Hah, dachte ich mir. Da ist er wieder der obligatorische, stinkende Fisch, der eigentlich irgendwie jedes Mal dabei ist. Der trotz allem belebende Sinnesreiz.  Diesmal nicht stinkend, weil eingegossen in etwas Festes.  5_IMG_6573Aber  – Enttäuschung – bei näherer Betrachtung war’s nur ein Stück Lehm oder so was. Sehr schade. Ich hab den Fisch vermisst. Hätte ich gar nicht gedacht.

 

 

 

 

6. Eine Aktion, die nicht nur mir Spaß gemacht hat:

7_IMG_6591  7_IMG_6605

7. Die wiederkehrende Erkenntnis, dass verschiedene Werke ergänzend Betrachter brauchen, um vollkommen, eins zu werden. 8_IMG_6653

8. Das Entdecken und nachfolgende Handeln, dass man Manches mit bloßem Auge nur erahnen kann und erst mittels eines zusätzlichen Mediums deutlich sichtbar machen kann.  9_IMG_6658 (nicht neu, aber….)  Zur Erklärung für diejenigen, die die Bilder nicht leibhaftig gesehen haben – erst das Foto ließ den Inhalt sichtbar werden, so stark war es gepixelt.

 

 

 

 

9. Auch witzig irgendwie: vorher – nachher…. wer würde nicht mal gerne…. (ich weiß, ist schlecht zu sehen, es geht um das, was an die Wand projiziert wurde)

10_IMG_6570  10_IMG_6571

(Wer es trotz Vergrößerung, Bildbearbeitungsprogramm und Lupe immer noch nicht erkennen kann – es wurde ein Video gezeigt, in dem ein junger Mann im Wald vor einer großen, kalten, dreckigen Pfütze steht, sich reinfallen läßt und pitschnass wieder raus steigt)

10. Zu guter Letzt noch- spätestens jetzt, meine Offenbarung als Kunstbanause: 11_IMG_6679  dieses Zarte, Zerbrechliche, unschuldig Weiße der unzähligen Eischalen, wohl geordnet, zog mich magisch an. Offenbarte eine verborgene Seite in mir – soll ich? So ganz aus Versehen? Eins nur – ein Einziges – oder auch zwei, drei mit einem kleinen, unvorsichtigen Sidestep… Oder so viele wie nur möglich – mich einfach reinfallen lassen, das zarte Knacken und Bröseln unter mir hören??? Ich hätte so gerne – und ich weiß – in diesem Raum war ich nicht allein mit diesem Wunsch – ich hab’s genau gehört 🙂

 

P.P.S.:                                                                                                                                                      Und zu aller guter Letzt noch einige unkommentierte, wahllose Impressionen vom Rundgang

6_IMG_6582  6_IMG_6580 6_IMG_6579  0_IMG_6642  0_IMG_6643 0_IMG_6631 0_IMG_6674 0_IMG_6662 0_IMG_6530 0_IMG_6534 0_IMG_6639 0_IMG_6548 0_IMG_6621 0_IMG_6628 0_IMG_6702 0_IMG_6558 0_IMG_6547 0_IMG_6610 0_IMG_6526   0_IMG_6535

 

 

 

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TV ist tot! Tot?

TV ist tot … äh, oder zuckt es doch noch?

  1. Der Anknüpfpunkt

Mein letzter Frei-Schnauze-Blogbeitrag mit dem Titel „Guckst du noch TV – oder bist du schon tot?“

  1. Die Sachlage

Am vergangenen Mittwoch, 28. Januar, war die Meldung in allen Medien: Der Bundesgerichtshof hatte entschieden, dass es für Kinder aus anonymen Samenspenden kein Mindestalter gebe, in dem sie ihr Recht auf Auskunft über ihren biologischen Vater einfordern können.

  1. Die Folge

Ein Anruf am darauffolgenden Tag, 29. Januar, aus der Redaktion von „Menschen hautnah“: Man werde unsere Doku „Anonym gezeugt – Suche nach dem fremden Vater“ aufgrund der aktuellen Schlagzeilen ins Netz, also auf die Internetseite der WDR-Sendung stellen.

  1. Der Hintergrund

Meine Kollegin Michaela Bruch und ich haben für die Redaktion „Menschen hautnah“ besagte 45-minütige Fernsehdokumentation über die Suche zweier junger Frauen, die über eine anonyme Samenspende gezeugt worden sind, produziert. Sendedatum 5. März 2015.

  1. Die Schlussfolgerung

Was Ende Januar schon auf der „Menschen hautnah“-Internetseite steht und als Stream angeklickt werden kann, ist doch am 5. März eiskalter Kaffee. Wer schaltet dann noch das alte Dampf-TV an (selbst wenn es sich dabei technisch gesehen um einen nagelneuen gekrümmten Flatscreen aus Südkorea handeln sollte)?

  1. Die Zusatzinfo

In der Redaktion,  so erfuhr ich auch, hatte man kurzzeitig darüber nachgedacht, wegen der Aktualität das Programm zu ändern und an besagtem Donnerstag unsere Dokumentation über die Samenspenderkinder auf dem TV-Sendeplatz auszustrahlen und die ursprünglich angekündigte Doku zu verschieben. Der Grund dafür, dass man das doch nicht gemacht hat, war das auf RTL zeitlich parallel laufende Dschungelcamp. Mit einer kurzfristigen Programmänderung hätte man die Zuschauer eher irritiert und das Thema im wahrsten Sinne des Wortes „versendet“.

  1. Das Lebenszeichen

Das Format „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ ist ein Beweis dafür, dass ein linear ausgestrahltes Fernsehprogramm doch noch viele Zuschauer bindet. Und Auswirkungen auf den Mediendschungel hat. Was Programmentscheidungen sämtlicher TV-Macher stark beeinflusst. Sie beugen sich allerdings dem (vermeintlichen) Mainstreamdiktat, auch wenn sie eine andere Wahl hätten. Aber solche marktschreierischen Fernsehformate sowie auch Sportgroßereignisse sind immerhin Anzeichen dafür, dass der „first screen“ doch noch zuckt und flimmert.

  1. Der Ausblick

Insgesamt gesehen ist das aber auch ein Anzeichen dafür, dass sich das Fernsehvollprogramm – egal ob öffentlich-rechtlich oder privat – durch seinen Kampf um Aufmerksamkeit und Quoten im rasanten qualitativen Downshifting befindet. Ob und wie sich das TV in der Medienlandschaft neu positioniert, wird an dieser Stelle weiter bebloggt.

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